22 | 08 | 2017

Narrenzeit ≠ Narrenfreiheit

 

Das karnevalistische Treiben steht in den Startlöchern und alle Jecken freuen sich auf die tolle Narrenzeit. Es wird wieder viel getanzt und gesungen werden. Auch hat man bei der Kleiderwahl während dieser Zeit viel mehr Freiheiten: Je bunter, desto besser.

Für den einen oder anderen Karnevalist bedeutet die Narrenzeit vielleicht auch das eine oder andere Gläschen Alkohol zu trinken. Nur sollte man hier beachten, dass der Frohsinn und die Ausgelassenheit nicht zu Leichtsinn und zu verantwortungslosem Verhalten führen. Hier hört die Narrenfreiheit auf! Trotz des bunten Karnevalstreibens gelten weiterhin die gesetzlichen Vorschriften sowie der Jugendschutz. Wenn man sich aber an die folgenden Regeln hält, wird es Aschermittwoch kein böses Erwachen geben.

Auch an Karneval gilt das Jugendschutzgesetz. Zur Erinnerung:

Unter 16 Jahren haben Jugendliche ohne Begleitung eines Erziehungsberechtigten den Abendveranstaltungen fernzubleiben. Dies bedeutet unter anderem, dass die Begleitung durch ältere Geschwister nicht ausreicht.

Es ist verboten, Jugendlichen unter 16 Jahren alle alkoholhaltigen Getränke  über 0,5 Vol. % zu verkaufen, zu servieren oder anzubieten.

Es ist verboten, Jugendlichen unter 18 Jahren alkoholhaltige, destillierte Getränke über 1,2 Vol. % (Alkopops, Cocktails, Schnaps, Likör usw.) zu verkaufen, zu servieren oder anzubieten.

Es ist verboten, Jugendlichen unter 18 Jahren alkoholhaltige, gegorene Getränke über 22 Vol. % zu verkaufen, zu servieren oder anzubieten.

Bei Verstoß gegen diese Auflagen werden Protokolle erstellt und es ist mit einer hohen Geldstrafe zu rechnen.

  unter 16 Jahre 16 bis 18 Jahre ab 18 Jahre
Bier (über 0,5 Vol.%) verboten erlaubt erlaubt

Wein / Sekt

(über 0,5 Vol.%)

verboten erlaubt erlaubt
Soft-Getränke mit Wein oder Bier verboten erlaubt erlaubt

Mix-Getränke mit Spirituosen

(über 1,2 Vol.%)

verboten verboten erlaubt

Spirituosen

(über 1,2 Vol.%)

verboten verboten erlaubt

 

Unter Jugendlichen ist der Gruppenzwang groß und daher gilt es, den Jugendlichen einen gesunden, maßvollen Umgang mit Alkohol zu vermitteln. Aus jugendlicher Sicht wird es manchmal als „hip“ oder „cool“ angesehen, seine Trinkfestigkeit unter Beweis zu stellen. Leider denken viele Jugendliche gar nicht oder viel zu spät über die Folgen von exzessivem Alkoholkonsum nach. Hier ist unsere Vorbildfunktion gefragt, denn Jugendliche orientieren sich an dem Verhalten Erwachsener.

Im Zeitalter des Smartphones und des mobilen Internets gibt es, zusätzlich zu den gesundheitlichen Risiken, auch andere Gefahren. Spätestens, wenn ein potenzieller Arbeitgeber bei Internetrecherchen auf unschöne Bilder der volltrunkenen Bewerberin oder des volltrunkenen Bewerbers stößt, kann aus vermeintlichem Spaß bitterer Ernst werden.

 

Nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern auch Erwachsene müssen „NEIN“ sagen können

 

Neben Kindern und Jugendlichen sollten sich auch die Erwachsenen an einige Regeln halten, damit der Aschermittwoch keinen bitteren Beigeschmack bekommt. Sagen Sie „Nein“:

  • -          zum Glas zu viel. Man sollte seine Grenzen kennen und Kindern und Jugendlichen vermitteln, dass Alkoholkonsum und närrische Hochstimmung nicht zusammengehören müssen.
  • -          zu Getränken von fremden Personen und lassen Sie Ihr Getränk nicht unbeaufsichtigt stehen.
  • -          zu unangebrachten Bemerkungen oder Berührungen anderer „Narren“.
  • -          zu Personen, welche sich im angetrunkenen Zustand hinters Lenkrad setzen wollen.

Alkohol trübt die Sinne

Schon in geringen Mengen verändert Alkohol unser Verhalten. Bei 0,2 bis 0,5 Promille werden u.a. der Puls und die Atmung schneller, die Schmerzempfindlichkeit nimmt ab, die Sehfähigkeit geht etwas zurück. Es kommt zur Rotlichtschwäche, d.h. Brems- und Ampellichter werden erst verspätet wahrgenommen. Bei 0,5 bis 1 Promille ändern spürbar u.a. das Verhalten und die Stimmung. Es kommt zu Selbstüberschätzungen und man fühlt sich aufgedreht, obwohl man in Wirklichkeit zunehmend betäubter wird. Das Erinnerungs- und Reaktionsvermögen nehmen weiter ab. Es kommt zum sogenannten Tunnelblick, d.h. man nimmt rechts und links von der Sehachse immer weniger wahr. Ab einem Wert von 1 Promille gilt man als stark betrunken. Alle körperlichen Benachteiligungen werden stärker. Man findet alles super, aber meist ist genau das Gegenteil der Fall. Ab 2 Promille ist man schwerst alkoholisiert. Alle Sinne sind in diesem Stadium betäubt und man ist total orientierungslos und eigentlich nur noch körperlich anwesend.

Schon vor der Party an den Nachhauseweg denken

Bedenken Sie schon vor Beginn der Party, wie Sie später nach Hause kommen. Machen Sie einen „BOB“ aus oder bestellen Sie sich ein Taxi. Steigen Sie zu niemanden ins Auto, von dem Sie sich nicht sicher sind, dass er nüchtern ist. Klären Sie auch Ihre Kinder über die Gefahren vom Alkohol im Straßenverkehr auf.

 

Achtung vor Restalkohol im Blut am Tag danach

Fakt ist: Der Körper baut pro Stunde etwa 0,1 bis 0,15 Promille Alkohol ab. Daher ist ein großer Irrglaube, dass nach der Nachtruhe der Alkoholpegel fast automatisch wieder auf Null sinkt. Ein Restalkoholspiegel kann, auch wenn man sich vielleicht nach einem kleinen Schläfchen wieder fit fühlt, noch vorhanden sein und somit auch die damit verbundenen Beeinträchtigungen.

Diese Tatsache sollte man bedenken, bevor man sich wieder hinters Steuer setzt.

Verstärkte Kontrollen zur Karnevalszeit

Auch in diesem Jahr werden von der Polizeibeamten der Polizeizone Weser-Göhl wieder verstärkt Alters- und Alkoholkontrollen durchgeführt. Diese sowohl von Beamten in Uniform als auch von Beamten in ziviler Kleidung.

Bedenken Sie, dass auch an den karnevalistischen Tagen das Lenken eines Fahrzeuges ab einem Alkoholgehalt von 0,5 Promille untersagt ist.

Ihre Polizei

 

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